Diskussionsbeiträge zum Grundeinkommen

Es gibt zwei Möglichkeiten des sozialen Handelns. Jeder tritt jeden und wird schließlich zum Kannibalen, das ist die Hölle auf Erden. Alle handeln gemeinsam und teilen alles und befreien sich gemeinsam aus ihrer Not, das kommt eher einem Himmel gleich.

Das BGE geht immer, selbst wenn nichts vorhanden ist. Es ist eine Frage der menschlichen Grundeinstellung. Und ja, wenn nichts da ist wie bei der Gruppe die in den Anden abgestürzt ist und sich in der Ermangelung an Nahrung von den Verstorbenen ernährten um zu überleben, überlebten sie in dieser lebensfeindlichen Eiswüste, weil sie alles teilten und gemeinsam handelten. Und noch was ist da bemerkenswert, die in Anden abgestürzten hatten Respekt vor den Opfern, die ihr Einverständnis zu diesem Handeln nicht mehr erklären konnten und einer war der Erste, der sagte, wenn ich sterbe, dann esst mich, damit ihr überleben könnt. Wie auch Wirtschaft mit nichts oder auch gar nichts aussehen könnte, selbst in der größten Not ist das Teilen aller mit allem besser, als das egoistische Niedertreten der anderen.

Aber ja es gibt auch die Hölle der Reichen, die sich gegen die anderen verteidigen müssen. Jene die als einzige eine Notsituation überlebt haben und ihre Mitmenschen mordeten. In der Regel verlieren selbst diese „Sieger“ dabei, weil sie in der ständigen Paranoia leben, dass die anderen ihnen was wegnehmen könnten. Außerdem leiden sie Seelenqualen, ob ihrer taten. Gerade die Reichsten sind dann seelisch zutiefst verarmt. Howard Hughes, intrigant und machthungrig, war sicherlich mit einer der reichsten Männer der USA, wurde aber am Ende seines Lebens wohl von diversen Phobien geplagt. Schliesslich starb er sogar unter falschem Namen, sodaß seinen Identität mit Fingerabdrücken geklärt werden musste. Reich aber seelisch verarmt und eigentlich sozial gestört.

Ein BGE wäre immer möglich, es würde sogar den Reichen helfen, obwohl sie mehr von ihrem Reichtum teilen müssten, aber letztlich wären sie seelisch am Ende reicher.

Arnd Raeder erzählte eine Geschichte über Willi, den Bäcker.

Nur so als Denkanregung. Das Problem ist nicht Willi, denn Willi bekommt auch heute schon Patentgebühren und kann sich auf die faule Haut legen oder lässt sich von Bill das Patent abkaufen, kaum einer kennt den Erfinder von DOS aber jeder kennt Bill Gates.

Nein, das Problem ist nicht Willi sondern der Wert des menschlichen Lebens an sich. Sozusagen der geistig behinderte Hilfsarbeiter, der Willi die Mehlsäcke aus dem Lager holte und der Roboter die Mehlsäcke jetzt durch Willis Erfindung selber holt.

Zu Zeiten Newtons mag es einen intelligenten Menschen gegeben haben, der wusste, dass Isaac Newton falsch lag. Er hatte sogar die Relativitätstheorie im Kopf. Das Problem dieses Menschen war, dass er körperlich so behindert war. Zu Zeiten Newtons waren behinderte Menschen nichts wert. Sie landeten, wenn sie denn überhaupt überlebten in Spitälern unter unwürdigsten Bedingungen. Manche wurden noch vor hundert Jahren unter der Treppe gehalten, wie in mein linker Fuß zu lesen. Von jenem Zeitgenossen Newtons wissen wir also nichts. Unwahrscheinlich meint ihr – hmm, dann unterhaltet Euch doch mit Stephen Hawking, der Newtons Lehrstuhl inne hat. Ok ohne Sprachroboter wird es nicht möglich sein, dass er antwortet, aber er ist so ein Kopf, der vor 200 Jahren noch unter der Treppe gelebt hätte und missachtet worden wäre.

Der Mensch, der Mensch ist ein Wert an sich. Es bedarf für seine Existenz keine Begründung und welchen Wert er für andere Menschen hat, wird sich zeigen oder auch nicht. Vielleicht ist es ja nur das Lächeln eines Behinderten, das Willi zu seiner Maschine inspiriert und er ohne das Lächeln nicht auf die entscheidende Idee zur Lösung eines Problems gehabt hätte.

Aber Menschen haben das Problem anderen Menschen das Existenzrecht zuzugestehen. Manche werden gar zu Mördern. Aber nur weil jemand gemordet hat, ist das kein Grund den Mörder zu morden. Höchstens ein Grund die Menschen vor dem Mörder zu schützen. Gesellschaft ist kompliziert. Dennoch ist der Grund für ein Grundeinkommen nicht mehr als die Existenzrecht des Menschen bedingungslos anzuerkennen, egal welchen Wert er/sie für die Menschheit hat.

Es entspannte sich auf Facebook darauf hin eine Diskussion über Kosten.

Nehmen wir als Beispiel die Arbeitsbedingungen bei Amazon. Hier gibt es nicht nur eine strenge Kostenrechnung, sondern auch eine betriebswirtschaftlich hocheffiziente Optimierung. Das geht soweit, dass wegen 16 Sekunden Pausenüberziehung Mitarbeiter abgemahnt werden. Das hängt damit zusammen, dass der Mensch als solches und das Arbeitsklima keinen ökonomischen Wert darstellt, was in gewisser Hinsicht falsch ist. Könnte man soziale Unruhen beziffern, stellt das Vorgehen von Amazon sogar ein unkalkulierbares volkswirtschaftliches Risiko da. Das ist allerdings nur makroökonomisch so. Mikroökonomisch ist es im Vergleich zu dem Wettbewerber für das Unternehmen ein Gewinn. Die „Kosten“ werden scheinbar zu Ungunsten der Allgemeinheit reduziert und die Wettbewerber die sich sozial verhalten aus dem Markt verdrängt. Das ganze zum Preis von unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Das haben die „Ökonomen“ die dafür verantwortlich sind, so gelernt, da sie keine Ahnung von Kosten als Wert haben. Diese „Ökonomen“ verwenden Zahlen ohne Bewertung und werden dafür auch noch belohnt. Sie selbst sind ein Zahnrädchen in der Weltwirtschaft, die gar nicht anders können, sonst wären sie selbst ihren Job los. Selbst Jeff Bozos ist dafür nicht gerüstet, denn das Wert seines Unternehmens hängt direkt von der Zahlenmathematik der Börse ab und er steht deswegen letztlich von dieser Seite genauso unter Druck. Was da allerdings bewertet wird, nach welchen Kriterien entzieht sich vollkommen dem Verstand. Der Markt würde nach derzeitigen Theorien zusammenbrechen, was er aber nicht tut, da es Zeit nunmal gibt. Und damit sind wir wieder unmittelbar bei den 16sekündigen Arbeitszeitverstoss, das ist ökonomisch scheinbar ohne Wert. Das stimmt aber letztlich nicht, denn jene, die dieses Vorgehen als unmenschlich bezeichnen haben Recht. Der Mensch und sein Leben ist ein Wert an sich, der nur in der Ökonomie nicht verrechnet wird. Alle Rechnungen sind ohne diese Werte in der Ökonomie Humbug und Zahlenspiele, die leider das Diktat über unsere menschlichen Werte übernommen haben. Selbst die Kanzlerin spricht von Wirtschaftszwängen ohne dabei zu begreifen, das sie eigentlich diejenige sein müsste, die korrigierend in die Wirtschaft einzugreifen um politische Werte der Wirtschaft vorzugeben. Das BGE wäre noch ein Schritt weiter gedacht, aber wir sind so ärmlich, das wir nicht einmal eine normale Politik hinbekommen.