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Wir

Ich stelle meine Meinung in den Raum, wie ich glaube, dass ein
bedingungsloses Grundeinkommen in Deutschland Realität werden könnte. Dazu steht für mich an aller aller erster Stelle ein Satz:

1. Wir wollen das bedingungslose Grundeinkommen!

Einfacher Satz so scheint es, aber so einfach ist er gar nicht. Der
erste Fallstrick ist das erste Wort. Wer ist Wir? Das Wir könnte auch als Wir Menschen gemeint sein, wenn wir als Menschheit es wollen, ist dieser Satz genauso gültig. Wenn die SPD sagt, das Wir entscheidet, so ist das so falsch vielleicht nicht. Die spannende Frage ist doch, wer sind wir und wer sind die anderen. Wir sind diejenigen, die die Entscheidung darüber haben, das Grundeinkommen einzuführen.

Jetzt wissen wir aber, dass diese Entscheidung nicht einfach in der Gruppe liegt, die wir sagt. Wir als Grundeinkommensbefürworter wollen das selbstverständlich, aber das ist ja nicht gleichbedeutend damit, dass wir als Gesamtgesellschaft oder gar als Weltbevölkerung das wollen.

Der Wille als gesamtgesellschaftlicher Prozess ist ein Wille der in einer Demokratie eine Mehrheit benötigt. „Wir sind eine Demokratie“ sagt, dass wir uns zu diesem gemeinschaftlichen System bekennen und wir nicht sagen „Wir wollen einen Diktator!“.  So selbstverständlich ist das nicht, wenn eine Menge skandiert, dass sie Erdogan will, dann entscheidet sie
sich auch gegen die Demokratie. Das türkische Wir will dann den starken Herrscher. Die Minderheit leidet darunter, aber es ist ein Wir, das sich hier für einen Alleinherrscher entscheidet.

Diese Prozesse des Wir des mehrheitlichen Wir sind vielleicht diffus und auch soziologisch hoch komplex. In der repräsentativen Demokratie entscheiden Wir nur einmal alle vier Jahre für die gesetzgebende Gewalt des Landes, was wir wollen.

Dabei kommt in der Regel nicht dabei das heraus, was ich will oder was du willst. Letztlich kommt dabei nicht mal das heraus, was eine Partei will. Aber klar ist, die letzten drei Mal, wollten wir Merkel als Bundeskanzlerin, selbst wenn jetzt einige aufschreien werden und sagen „Ich wollte die aber nicht.“

Halten wir also fest, das Grundeinkommen kann nur dann kommen, wenn wir das wirklich wollen, so wie wir Merkel wollen. Diejenigen die Merkel nicht wollen sind in der Minderheit und gehören nicht zu dem mehrheitlichen Wir, welches letztlich darüber entscheidet, was wir wollen.

Ich könnte auch weitere Sätze aufschreiben, welche auf dem Weg zu einem bedingungslosen Grundeinkommen notwendig sind, aber mir zumindest ist vollkommen klar, dass wir von dem ersten Satz noch so meilenweit entfernt sind, dass das aller aller aller erste Ziel sein muss, dass diese Gesellschaft sagt:

Wir wollen das bedingungslose Grundeinkommen!