Die Antithese: Schiller und die Arroganz der Endzeit-Propheten
Eine Entgegnung von Arnold Schiller zu Earth4All: Autopsie einer unbelehrbaren Spezies
Der Text „Earth4All: Autopsie einer unbelehrbaren Spezies“ ist ein Paradebeispiel für das, was in diesem Land schiefläuft. Arnold Schiller liefert keine Analyse, er liefert ein Urteil. Wer seinem apokalyptischen Pfad nicht folgt, wird kurzerhand pathologisiert. Es ist die ultimative Form der Ausgrenzung: Dissens wird zum Krankheitsbild erklärt.
1. Die elitäre Couch-Psychologie Schiller reduziert komplexe Sorgen – die Angst um den Arbeitsplatz in der Automobilindustrie, die Sorge vor explodierenden Energiepreisen oder die Skepsis gegenüber einer übergriffigen Migrationspolitik – auf eine „psychologische Regression“. Wer den Diesel retten will, ist für Schiller kein Bürger mit berechtigten Interessen, sondern ein „infantiles Trotzkind“ in der „Höhle“. Diese Herablassung ist genau der Treibstoff, der die Spaltung befeuert. Es ist der Blick derer, die es sich leisten können, moralisch zu sein, auf diejenigen, die zusehen müssen, wie sie ihre Miete bezahlen.
2. Ideologie statt Ingenieurskunst Der Autor feiert „Earth4All“ als „Meisterwerk der Vernunft“. Doch welche Vernunft ist gemeint? Eine, die jede Abweichung als Suizid brandmarkt. Wenn ein Donald Trump „Drill, baby, drill“ ruft, sieht Schiller nur „Drogenabhängigkeit“. Er übersieht dabei die wirtschaftliche Realität: Energieunabhängigkeit und Versorgungssicherheit sind das Rückgrat jeder Nation. Während Schiller von „Transformationsschmerz“ schwadroniert, fordern Realisten den Ausbau von Kernkraft oder Fracking – Lösungen, die Wohlstand sichern könnten, anstatt ihn auf dem Altar einer globalistischen Utopie zu opfern.
3. Die Doppelmoral der Aufmerksamkeits-Ökonomie Schiller attackiert die „Affenhorde“ und die Medien, die Wut monetarisieren. Doch was tut er selbst? Er nutzt eine hochemotionale, fast schon hysterische Rhetorik, um Klicks zu generieren. Er predigt Selbstbeherrschung, betreibt aber radikale Moralisierung. Wer nicht für den „Großen Sprung“ ist, wird als emotional unterentwickelt denunziert. Das ist kein Debattenbeitrag, das ist ein Exkommunikations-Dekret.
Fazit: Schiller spinnt eine emotionale Autopsie, die mehr über seine eigene Weltangst verrät als über die Realität da draußen. Für ihn ist die Menschheit ‚unbelehrbar‘, weil sie nicht nach seiner Pfeife tanzt. Seine ‚Vernunft‘ ist nur das Echo seiner eigenen Angst. Diese Art von Hysterie-Journalismus untergräbt das Vertrauen in den Diskurs – denn er führt ihn nicht, er beerdigt ihn.
