Einzelwesen

Ein Din A 4 Blatt von vor 35 Jahren

Ein Einzelwesen, das sich abgetrennt bewegt, das bin ich, ein einsames Einzelwesen! Es ist notwendig, daß ich die Abgetrenntheit überwinde. Ich bin angeblich ein Mensch. Obwohl oder weil ich ein Mensch bin, fühle ich mich alleine und einsam. Meine Grenzen sind so hart und unauflöslich. Meine Fähigkeit Grenzen zu durchbrechn seint begrenzt. Die Mauern meiner Angst scheinen unüberwindbar. Selbst wenn ich Kontakt und Berührung finde, wirkt ein zerstörerischer Teil in mir mir entgegen.

Die erstrebenswerten Kräfte der Liebe versagen mir. Verzeihen scheint ein Fremdwort. Vereinigung ist unmöglich. Die Einzahl ist mein Handeln. Du, er, sie, es und ihr zeigen es mir. Wir sind meistens Verbünde der Einzelnen unter einem unbekannten Dach einer einrichtung oder einem Staatswesen. Wir Menschen, wir Völker, wir Deutschen, wir Demonstranten sind nicht mit uns zusammen eins, sondern bleiben einzelne Menschen mit einem gemeinsamen Merkmal. Das Trennende wird unbesehen übersehen und das Einende ist eine Gaukelei des Bösen. Der einzig Einende wird nicht geglaubt, den Götzen und goldene Kälber sind leichter zu beegreifen und zu erfassen.

Auch ich widerstehe dieser Versuchung nicht. Ich glaube das, was alle glauben. Alle Vernunft beweist, daß Gott ist. Alle Menschen glauben an eine Existenz, selbst wenn sie dies als Nichts bezeichnen. Doch ist das nur das, was wir erfassen können, was wir begreifen können. Mögen wir dies auch noch so hoch erachten oder gar schon als heilig bezeichnen, so ist es dennoch nicht mehr als wenn ich sage, daß der Schreibtisch ist, daß Tiere sin oder daß es außer mir noch andere Menschen gibt. Erfolg ist auch, Geld ist ebenso; die Wirkung beider Götzen funktioniert aus dem Glabuen an diese Götzen oder ihre Attribute. Wir glauben nicht an Gott, sondern nur an seine Existenz. Ich bleibe ein Einzelwesen, weil ich den Verführungen dieser Welt erliege, statt meine Versorgung, meine Sicherheit, meine Liebe, mein Leben, mein Handeln in Gott zu gründen. Es ist für uns Menschen nicht glaubhaft, daß wir uns darum nicht kümmern und sorgen brauchen. Wir meinen Geldverdienen zu müssen, und weil wir alle das glauben müssen wir es dann auch. Wir glauben nicht daran aus eigner Kraft arbeiten und schaffen zu können, und glauben deshalb an den Druck der Wirtschaft.

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