Rechts

Ich lese in letzter Zeit immer wieder, dass die Gefahr von Rechts käme. Das ist falsch. Das Rechte als christlich-konservative Werte an sich ist nicht die Gefahr. Die Gefahr besteht darin, hier Verschiedenes zu vermischen. Die Konservativen in die Arme der Faschisten zu treiben und zu übersehen, dass bei aller Aufgeklärtheit auch das Bewahrende eben das Konservative seine Berechtigung hat. Natürlich sind die Faschisten und die Menschenverachter auf der Jagd nach dem konservativen Publikum. Und sie versprechen diesen Menschen alles mögliche um sie auf ihre Seite zu locken. Aber nichts desto trotz wäre der Konservative vom Endergebnis der Faschisten angewidert, das begreift er aber meistens zu spät, wenn er in die Falle getappt ist.

Ein Konservativer wäre kein Konservativer, wenn er nicht an etwas Bewahrendes und Bewährtes glauben würde. Er braucht das auch für seine emotionale Stabilität. Umbrüche und Veränderungen sind für ihn ein Graus. Um so mehr ist er Versprechungen der Faschisten anfällig, wenn diese ihm nur versprechen, dass die alte Welt zurückkommt. Nun verwechseln manche progressiven Kräfte diese Denkungshaltung mit dem Faschismus und sagen, dass die Gefahr von Rechts käme. Die Gefahr kommt hier aber gar nicht von Rechts, sondern von radikalen Kräften, die im Kampf zwischen Fortschritt und Bewahren eine dritte Front aufmacht. Hier ist dann der Faschismus oder auch der Rradikalismus manchmal ein und dasselbe. Ob es nun der Stalinismus ist oder Nationalsozialismus, die Ähnlichkeit der radikalen Systeme kommt hier nicht von ungefähr.

Derzeit überwiegen eindeutig faschistische Kräfte, aber diese sind nicht Rechts. Sie sind einfach nur menschenverachtend. Diese Menschenverachtung kommt aber im Kampf um die Wählerstimmen in einem bewahrenden Kleid daher. Die radikalen Linken Kräfte kommen meist in einem verändernden Kleid daher, sind aber in ihrer Veränderung nicht weniger menschenverachtend. Derzeit besteht keinerlei Gefahr, dass die verändernden Kräfte so radikal wären. Aber hier nun unterscheidet sich der Faschismus von radikalen Linken Kräften. Er verspricht die Bewahrung und strebt die Veränderung an. Der Faschismus verspricht die Veränderung zur Bewahrung und bringt letztlich ganz was anderes hervor. Konservative sind wesentlich anfälliger dafür als Progressive, wobei auch frustrierte Progressive dafür anfällig werden können.

Die Gefahr geht also nicht von den Rechten oder den Linken aus, die Gefahr geht von den Fanatikern aus.  Eigentlich wollte ich Radikale schreiben, das trifft es aber nicht. Denn die Radikalen wollen eigentlich nur zur Wurzel. Es sind eher die Fanatiker. Die Begrifflichkeiten sind aber extrem schwierig. Denn sie werden im politischen Kampf immer wieder vermischt. Wenn sich die Republikaner unter Schönhuber so nennen, dann sind sie keine Republikaner. Sie sprechen nur ein gewisses Publikum an und verbrennen damit den Begriff. Genauso ist die Alternative keine Alternative und schon gar nicht für Deutschland. Aber diese Begrifflichkeiten sind für die Faschisten notwendig um die entsprechenden Konservativen auf ihre Seite zu ziehen. Der Betrogene ist der Konservative, der sich damit locken lässt.

Der Konservative will eigentlich seine alte Sicherheit gegenüber Veränderung zurück. Er bekommt dafür ein menschenverachtendes System. Das hat er dann eigentlich nicht gewollt. Deswegen erachte ich es als notwendig, dem Konservativen zu verdeutlichen, dass bei aller Veränderung, die die Entropie nunmal bedingt, ihm seine Sicherheit nicht genommen wird. Dass das Rechte an sich nichts schlechtes ist. Ich halte von dem Rechtenbashing nichts, denn das führ nur dazu, dass man den Konservativen in die Arme des Faschisten treibt.